KI-Deepfakes an Schulen: Cybermobbing und digitale Gewalt gegen Kinder nehmen zu
Ein aktueller Vorfall an einer Schule zeigt deutlich, welche Gefahren KI-Deepfakes für Kinder und Jugendliche darstellen. Eine 13-jährige Schülerin wurde Opfer von KI-generierten Nacktbildern, die von Mitschülern über soziale Netzwerke verbreitet wurden. Die manipulierten Bilder kursierten insbesondere über Snapchat, eine Plattform, auf der Inhalte nach dem Ansehen automatisch gelöscht werden und daher nur schwer nachverfolgbar sind.
Trotz wiederholter Hilferufe der betroffenen Mädchen konnten Lehrkräfte und Eltern die Bilder zunächst nicht auffinden. Die fehlende Nachweisbarkeit erschwerte ein schnelles Eingreifen und machte deutlich, wie problematisch flüchtige Messenger-Dienste im Zusammenhang mit Cybermobbing durch KI sind.
Unzureichende Schulreaktionen bei KI-basiertem Cybermobbing
Die betroffene Schülerin wehrte sich schließlich gegen einen Mitschüler und wurde daraufhin für mehr als zehn Wochen vom Schulunterricht ausgeschlossen und auf eine alternative Schule versetzt. Die mutmaßlichen Täter, denen vorgeworfen wurde, die Deepfake-Bilder erstellt und verbreitet zu haben, blieben zunächst ohne schulische Konsequenzen. Erst nach einer polizeilichen Untersuchung wurden zwei Jungen wegen der Verbreitung der Bilder angeklagt.
Der Fall verdeutlicht die großen Herausforderungen für Schulen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz, insbesondere wenn es um digitale Belästigung, sexuelle Gewalt im Netz und Deepfake-Missbrauch geht. Zwar entwickeln viele Schulen inzwischen Richtlinien zum Einsatz von KI im Unterricht, doch fehlen häufig konkrete Schutzkonzepte gegen KI-gestütztes Cybermobbing.
Psychische Folgen von Deepfakes für betroffene Kinder
Für die betroffene Schülerin hatte der Vorfall schwerwiegende gesundheitliche und schulische Folgen. Sie litt unter Angstzuständen, Depressionen und Konzentrationsproblemen, begann Mahlzeiten auszulassen und konnte ihren schulischen Verpflichtungen kaum noch nachkommen. Ihr Vater brachte sie schließlich in therapeutische Behandlung, um die psychischen Folgen der digitalen Übergriffe zu bewältigen.
Warum Aufklärung über KI-Deepfakes dringend notwendig ist
Der Fall macht deutlich, wie wichtig es ist, dass Eltern, Schulen und Bildungspolitik auf die Risiken von KI-Deepfakes, digitaler sexualisierter Gewalt und Cybermobbing vorbereitet sind. Experten warnen, dass Erwachsene der technologischen Entwicklung häufig hinterherhinken, was zu verspäteten oder unzureichenden Reaktionen auf digitale Gewalt führt.
Eine frühzeitige Medienkompetenz, klare Schulrichtlinien und rechtliche Konsequenzen sind entscheidend, um Kinder im digitalen Raum wirksam zu schützen.
Quelle: https://www.it-boltwise.de/ki-deepfakes-eine-neue-herausforderung-fuer-schulen.html
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