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Eine Studie der University of California, Berkeley, zeigt: Generative Künstliche Intelligenz führt im Arbeitsalltag nicht automatisch zu Entlastung. Stattdessen kann der Einsatz von KI die Arbeitsbelastung und den Stress für Mitarbeitende sogar erhöhen.

Die Untersuchung wurde von Aruna Ranganathan und Xingqi Maggie Ye durchgeführt. Über acht Monate analysierten die Forscher ein US-Technologieunternehmen mit rund 200 Mitarbeitenden. Neben Beobachtungen im Arbeitsalltag werteten sie interne Kommunikation aus und führten mehr als 40 Interviews.

Warum KI die Arbeit verdichten kann
Die Studie identifiziert drei zentrale Gründe, warum generative KI zu mehr Arbeitsintensität führt.

1. Erweiterte Aufgabenbereiche
Durch KI-Tools können Mitarbeitende schneller neue Aufgaben übernehmen. Rollen verschwimmen – etwa wenn Designer programmieren oder Produktmanager technische Aufgaben übernehmen.

2. Verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit
Da KI jederzeit verfügbar ist, arbeiten viele Beschäftigte auch außerhalb klassischer Arbeitszeiten – etwa abends oder am Wochenende.

3. Mehr Multitasking und mentale Belastung
Die parallele Nutzung mehrerer KI-Tools führt zu häufigen Kontextwechseln und steigender kognitiver Belastung.

Produktivitätsparadox durch KI
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist ein selbstverstärkender Effekt:
KI beschleunigt Arbeit, erhöht aber gleichzeitig die Erwartungen an Geschwindigkeit und Output. Dadurch wächst die Abhängigkeit von KI – und damit die Arbeitsdichte.

Ein Teilnehmer formulierte es so:
„KI sollte Zeit sparen. Am Ende arbeitet man gleich viel oder sogar mehr.“

Risiken: Stress, Burnout und mentale Überlastung
Die Forscher warnen vor langfristigen Folgen wie:

  • Kognitiver Erschöpfung
  • Burnout-Risiko
  • Sinkender Entscheidungsqualität

Kurzfristige Produktivitätsgewinne könnten somit langfristige Belastungen verdecken.

Empfehlung: Klare Regeln für KI im Arbeitsalltag
Um negative Effekte zu vermeiden, empfehlen die Autoren klare Richtlinien für den Umgang mit KI, etwa:

  • Geplante Pausen und Fokuszeiten
  • Weniger Dauerunterbrechungen
  • Bewusster Einsatz von KI-Tools

KI-Nutzung nimmt weltweit zu
Die Ergebnisse passen zu aktuellen Trends: Immer mehr Arbeitnehmer nutzen KI regelmäßig im Job. Mit der steigenden Verbreitung wird die Frage nach gesunder KI-Nutzung im Arbeitsalltag immer wichtiger.

Fazit

Generative KI steigert zwar Produktivität, führt aber nicht automatisch zu weniger Arbeit. Ohne klare Regeln kann sie sogar zu mehr Stress und Arbeitsverdichtung führen. Unternehmen sollten daher nicht nur auf Effizienz achten, sondern auch auf einen gesunden Umgang mit KI.

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