Immer wieder wird von politischer Seite ein Verbot oder eine starke Einschränkung von Social Media für Kinder und Jugendliche diskutiert. Was auf den ersten Blick nach konsequentem Jugendschutz klingt, erweist sich bei näherer Betrachtung als völlig sinnfrei – solange sich weder Eltern noch andere verantwortliche Erwachsene ernsthaft um die Endgeräte und Mediennutzung ihrer Kinder kümmern.
Denn die Realität ist einfach:
Es gibt unzählige Wege, solche Verbote zu umgehen.
Und genau deshalb stellt sich die entscheidende Frage:
Warum ist im Internet nach wie vor nahezu alles frei zugänglich?
Verbote auf dem Papier lösen kein Problem im Alltag
Selbst wenn Plattformen gesetzlich dazu verpflichtet werden, den Zugang zu beschränken – wie soll das praktisch funktionieren? Altersabfragen lassen sich umgehen, Accounts werden geteilt, technische Hürden sind für Kinder oft leichter zu überwinden als für Erwachsene.
Die Verantwortung einfach an Plattformen abzuschieben, greift zu kurz. Jugendschutz beginnt nicht bei Gesetzen, sondern im Elternhaus.
Ohne klare Regeln aus dem Elternhaus funktioniert kein Schutz
Es braucht klare Ansagen, Begleitung und Kontrolle – und genau daran fehlt es häufig. Besonders in sozial schwachen oder überforderten Elternhäusern, in denen sich Erwachsene nur selten oder gar nicht mit der Mediennutzung ihrer Kinder beschäftigen, bleiben Kinder und Jugendliche sich selbst überlassen.
Das Ergebnis sieht man seit Jahren:
- Videospiele mit Altersfreigabe ab 16 oder 18 werden von 10-Jährigen gespielt
- Gewaltfilme und Pornografie sind rund um die Uhr verfügbar
- Altersbeschränkungen existieren – werden aber faktisch ignoriert
Das Problem ist also nicht neu. Warum sollte es ausgerechnet bei Social Media plötzlich funktionieren?
Die unbequeme Wahrheit
Ein Social-Media-Verbot ohne funktionierende elterliche Begleitung ist nichts weiter als politische Symbolpolitik. Es beruhigt das eigene Gewissen, löst aber kein einziges reales Problem im Kinderzimmer.
So wird das nicht klappen, liebe Politiker.
Denn wer glaubt, man könne digitale Realität allein mit Verboten regeln, zeigt vor allem eines: eine erschreckende Distanz zur Lebensrealität von Familien, Kindern und Jugendlichen.
Jugendschutz braucht:
- Medienkompetenz
- Verantwortung
- klare Regeln im Elternhaus
- technische Kenntnisse
- und ehrliche Aufklärung
Alles andere bleibt ein Placebo.

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