Künstliche Intelligenz und Arbeitsmarkt: Yoshua Bengio warnt vor massiven Umbrüchen
Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) verändert den globalen Arbeitsmarkt tiefgreifend. Yoshua Bengio, einer der weltweit führenden KI-Forscher und Mitbegründer moderner Deep-Learning-Systeme, äußert zunehmend Besorgnis über die Folgen der Automatisierung für Beschäftigung, Gesellschaft und Demokratie.
In mehreren Interviews betont Bengio, dass die Automatisierung durch KI bereits begonnen hat, Arbeitsplätze zu verdrängen – ein Trend, der sich in den kommenden Jahren deutlich verschärfen dürfte. Besonders betroffen seien sogenannte kognitive Berufe, also Tätigkeiten, die überwiegend am Computer ausgeführt werden und sich vergleichsweise leicht durch Software und Algorithmen ersetzen lassen.
Nicht nur Bürojobs betroffen: KI gefährdet weitere Berufsfelder
Nach Einschätzung Bengios stehen längst nicht mehr nur klassische Büroarbeitsplätze auf dem Spiel. Auch handwerkliche Berufe könnten künftig stärker automatisiert werden. Darüber hinaus warnt er vor möglichen Auswirkungen auf grundlegende gesellschaftliche Strukturen, einschließlich der Demokratie, etwa durch Desinformation, Manipulation und Machtkonzentration durch KI-Systeme.
Die lange vorherrschende Annahme, dass ein akademischer Abschluss automatisch zu sicheren und gut bezahlten Jobs führt, verliert zunehmend an Gültigkeit. Viele Absolventinnen und Absolventen – insbesondere junge Berufseinsteiger der Generation Z – sehen sich bereits heute mit unsicheren Beschäftigungsverhältnissen konfrontiert.
Unternehmen setzen auf KI und reduzieren Neueinstellungen
Große Konzerne reagieren auf diese Entwicklung, indem sie ihre Personalstrategien anpassen. Unternehmen wie Intel, IBM und Google haben angekündigt, Neueinstellungen zu reduzieren oder zu verlangsamen. Der Grund: Sie erwarten, dass KI-Systeme in den kommenden Jahren zahlreiche Aufgaben übernehmen, die bislang von Menschen ausgeführt wurden.
Dieser strukturelle Wandel verstärkt die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor neue Herausforderungen.
Yoshua Bengio gründet LawZero für sichere KI
Yoshua Bengio, Professor an der Université de Montréal und Träger des renommierten Turing Awards, bezeichnet die technologische Entwicklung der Künstlichen Intelligenz als weitgehend unumkehrbar – es sei denn, es treten unerwartete wissenschaftliche Grenzen auf. Gleichzeitig äußert er heute Bedauern über seine Rolle bei der Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme.
Als Konsequenz gründete er die Non-Profit-Organisation LawZero, die sich der sicheren, ethischen und menschenzentrierten Entwicklung von KI widmet. Bengio appelliert eindringlich an Unternehmensführer, politische Entscheidungsträger und Forschende, innezuhalten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, um die Risiken von Künstlicher Intelligenz zu begrenzen.
Zukunft der Arbeit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Die Zukunft der Arbeit und die Stabilität gesellschaftlicher Systeme hängen maßgeblich davon ab, wie verantwortungsvoll mit KI-Technologien umgegangen wird. Ohne klare Regeln, Transparenz und ethische Leitplanken könnten die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Automatisierung erheblich sein.
Kommentare nicht möglich