Künstliche Intelligenz revolutioniert die Medizin: Vorhersagende Diagnosen und KI-gestützte Wirkstoffentwicklung
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Medizin grundlegend und schafft zugleich ein völlig neues Geschäftsfeld: vorhersagende Diagnosen, die Krankheiten erkennen und behandeln sollen, bevor erste Symptome auftreten. Immer mehr Forschungsprojekte und Studien belegen die wachsende Bedeutung von KI im Gesundheitswesen – insbesondere an der Schnittstelle von Medizin, Genetik und maschinellem Lernen.
Im Oktober berichtete eine Studie aus den USA, dass Alzheimer mithilfe von KI bis zu sechs Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome diagnostiziert werden kann. Solche medizinischen Durchbrüche wären ohne leistungsfähige KI-Modelle zur Krankheitsvorhersage nicht möglich. Die sogenannte prädiktive Medizin rückt damit zunehmend in den Fokus von Forschung, Gesundheitswirtschaft und Investoren.
Parallel dazu sorgen Multi-Agenten-KI-Systeme für Aufmerksamkeit, die die frühe Phase der Wirkstoff- und Medikamentenentwicklung automatisieren. Ziel dieser Technologie ist es, Entwicklungszeiten drastisch zu verkürzen und neue Medikamente deutlich schneller verfügbar zu machen – insbesondere für komplexe Krankheiten wie Alzheimer, Krebs oder neurodegenerative Erkrankungen. KI wird damit zu einem zentralen Treiber der pharmazeutischen Innovation.
Die Zukunft der Medizin: Diagnose vor der Krankheit
Das zukünftige Szenario der Medizin zeichnet sich klar ab: KI diagnostiziert Krankheiten Jahre im Voraus, noch bevor ein Mensch erkrankt oder Symptome verspürt. Ein medizinisch gesunder Mensch könnte demnach bereits eine Alzheimer-Diagnose erhalten – inklusive eines passenden Medikaments, das ebenfalls mithilfe künstlicher Intelligenz entwickelt wurde. Prävention und personalisierte Medizin erreichen dadurch eine völlig neue Dimension.
Der Markt für KI in der Medizin wächst rasant. Ein prominentes Beispiel ist das US-Unternehmen Nucleus Genomics. Dessen CEO sorgte zuletzt mit der Aussage für Aufsehen: „KI kann jetzt Ihre Zukunft vorhersagen – bevor Sie geboren werden.“ Im Oktober stellte das Unternehmen das KI-Programm „Origin“ vor, das genetische Krankheitsrisiken bereits auf Embryonenebene analysiert.
KI-Programm „Origin“: Krankheitsvorhersage auf Basis von Genomdaten
Origin basiert auf Krankheitsmodellen, die mit 1,5 Millionen Genomen trainiert wurden und über 7 Millionen genetische Marker kombinieren. Laut Unternehmensangaben kann das System die menschliche Lebenserwartung und Krankheitsrisiken anhand embryonaler DNA präziser vorhersagen als jedes bisher entwickelte Modell.
Das KI-System prognostiziert altersbedingte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes über verschiedene genetische Abstammungsgruppen hinweg. Durch den Einsatz von maschinellem Lernen wurden die Modelle an rund 1,5 Millionen Personen trainiert und validiert. Die resultierenden Prädiktoren erreichen einen R²-Wert von bis zu 22,9 Prozent – ein Spitzenwert in der genetischen Krankheitsvorhersage.
Bereits heute wird Origin von einzelnen Ärzten in den USA eingesetzt. Und es ist nur eines von vielen Programmen, die derzeit entstehen. Die Entwicklung verläuft schnell, dynamisch und exponentiell. Künstliche Intelligenz entwickelt sich schrittweise – und zugleich immer schneller – zum digitalen Chefarzt der modernen Medizin.
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